Oldtimer-Tour an die Ostsee - Oktober 2016

Die Idee war schnell geboren, wir müssen mit unseren Mercedes W123 eine Reise unternehmen. Eine ausgedehnte Ausfahrt über mehrere Tage, auf ausgesuchten Landstraßen und das alte Blech ausgiebig genießen.

Am liebsten wollen wir in die Alpen fahren, rauf auf die Berge, schönen Pässe und die tollen Aussichtspunkte genießen. Aber der Termin für die Tour liegt Mitte Oktober, das bedeutet in den Bergen kann bereits Schnee liegen und die Pässe sind womöglich geschlossen.

Also müssen wir uns eine Alternative überlegen, mit einer schönen Strecke und sehenswerten Zielen. So haben wir uns für eine Tour rauf zur Ostsee nach Kühlungsborn entschieden. 

Unsere Reisebegleiter sind zwei gut erhaltene W123. Ein 230 E in silberdistel, Baujahr 1982 auf Barockfelgen, sowie mein 250 in ahorngelb aus 1979 mit Radkappen in Wagenfarbe. Beide haben Innenausstattungen im schmucken grün und verfügen über das obligatorische Becker-Radio mit Kassette.

Abfahrt ist am Samstag, rauf auf die Autobahn Richtung Nord-Osten. Die A1 bis zum Kamener-Kreuz und dann weiter auf der A2.

Aber halt !

Wir wollten doch keine Autobahnfahrt machen, wir wollten doch über Landstraßen durch hübsche Landschaft cruisen. Also runter von der Autobahn und weiter zu einem tollen Zwischenziel - den Externsteinen.

Weiter geht es über geschwungene Straßen zurück zur A2 bis Wolfsburg und dann ab ins ehemalige "Zonenrandgebiet". Aber vorher kommt noch ein Stop beim ...-Café zur Kaffepause. Auch auf diesem Parkplatz macht das Duo einen guten Eindruck und zieht viele Blicke auf sich.

Tanken müssen die 123er natürlich auch. Und nach ca. 500 km ist gemeinsamer Tankstop angesagt. Mit Spannung wird der Schnitt berechnet und siehe da, der 230 E hat natürlich einen deutlich geringeren Durchschnittsverbrauch mit 8,5 l auf 100 km. Die eigentliche Überraschung ist mein 250 mit 6 Zylindern und dem berühmt / berüchtigten Doppelregistervergaser, mit einem Schnitt von knapp 11 l auf 100 km. Natürlich nur das gute Super-Plus !

Tagesziel ist heute unsere Unterkunft im Landgasthof Rieger, in Dangenstorf. Ein wunderschön erhaltener Hof, als Restaurant ausgebaut mit geräumigen Gästezimmern im hinteren Teil des Anwesens. Bei einem leckeren Abendessen, die Spezialität des Hauses ist Schwenkbraten vom Schwenkgrill, erzählt uns die sympathische Wirtin mehr über die Historie des Hofes und der heutigen Betreiberfamilie. Hierbei erfahren wir, dass der Ort Dangenstorf in alle Himmelsrichtungen mindestens 1 Stunde von der nächsten Autobahn entfernt liegt. Also der ideale Ort zur totalen Entspannung. Wir waren sehr zufrieden und können den Landgasthof Rieger nur weiterempfehlen.

Wunderschöne Alleen über viele Kilometer hinweg, die auch bei typischen Herbstwetter Ihren Reiz haben, nein gerade bei dieser Jahreszeit hat die Gegend Ihren ganz besonderen Reiz.

Bis zu unserem Ziel, Kühlungsborn an der Ostsee, haben wir nur noch ca. 170 km. Daher können wir uns heute noch einige Zwischenstops gönnen. So ist unser Plan, der Weg ist unser Ziel. 

Ganz spontan fahren wir in den Ort Dömlitz an der Elbe. Ein Wegweiser führt uns zur Festung Dömlitz unmittelbar neben dem Ortskern. In diesem Ort sind viele Häuser bereits saniert und echte Hingucker, aber unmittelbar daneben weht noch immer der kühle Hauch der Ex-DDR. Dies ist exemplarisch für viele Ortschaften.

Ludwigslust ist unser nächstes Ziel. Wir staunen über die breiten Straßen und das große Schloß mit dem eigenen Landschaftspark. Unsere 123-er machen vor dieser Kulisse eine super Figur und ein Foto vor dem Schloß ist nur allzu verlockend. Doch der kurze Halt für das tolle Foto lockt sofort den freundlichen Mitarbeiter des Ordnungsamtes an, der uns unmißverständlich auffordert sofort (!) die Autos weg zu fahren. Wir fügen uns der Staatsgewalt und sind sofort verschwunden. Den Abstecher war es auf jeden Fall wert. 

Nach Ludwigslust fahren wir weiter nach Schwerin. Unsere Reisebegleiter werden im zentralen Parkhaus abgestellt und dann los zum sensationellen Schloß.

Vorbei an Prachtbauten gehen wir zum imposanten Schloß von Schwerin. Dort ist heute der Landtag untergebracht und trotzdem kann man an, um und in das Schloß. Es liegt auf einer Insel in mitten des Schweriner Sees und ist umgeben von wunderschönen Grünanlagen, der Orangierie und einer Grottenanlage.

Am Nachmittag erreichen wir den Luftkurort Kühlungsborn und beziehen unser Hotel Scandinavia, ein Haus im Bäderstil, unmittelbar neben dem Bahnhof der historischen Schmalspurbahn Molli.

Wir wohnen zu unserer Tour passend in der Friedrich-Borgwardt-Straße. Am Abend gehen wir zur Promenade am Ostseestrand und essen leckeren frischen Fisch. An der Promenade stehen die bekannten Hotels mit Ostseeblick. Von der Seebrücke aus kann man täglich Schiffstouren unternehmen und in der Einkaufsstraße kann man bummeln gehen. Am Hafen findet man gemütliche Gastronomie und nette Läden.

Der dritte Tag ist für uns autofrei. Stattdessen fahren wir mit der historischen Bahn Molli, gezogen von einer Schmalspur-Dampflok. Man sitzt in den alten Personenwagen und kann es sich im Salonwagen gutgehen lassen. Wir nehmen den Salonwagen und zuckeln bei einem Glas Sekt eine gute halbe Stunde bis Heiligendamm. Die Landschaft zieht langsam (max. 40 km/h) an uns vorbei und wird in grauen Qualm gehüllt.

In Heiligendamm fahren wir in den Bahnhof ein und sehen zu, wie Molli Richtung Bad Doberan weiterdampft.

Wir gehen zum Meer und bestaunen die alten Villen. Teilweise erstrahlen Sie im neuen Glanze und manche befinden sich noch im Dornröschenschlaf. Alle haben diesen grandiosen Blick aufs Meer, nur noch von der Promenade und dem Strand getrennt. Bei 7 Grad Lufttemperatur, 12 Grad Wasssertemperatur, 99% Luftfeuchte und kaltem Südostwind gehen wir ins Meer ... nein, nicht baden ... wir gehen auf die Seebrücke.

Von Heiligendamm aus gehen wir an der Küste entlang zurück. Teilweise an der Steilküste vorbei geht es Richtung Kühlungsborn.

Es gibt unterwegs viele Aussichtspunkte zum Verweilen und zwei Möglichkeiten einen Imbiss unmittelbar am Meer zu bekommen.

Schließlich kommen wir am Hafen von Kühlungsborn an. Von hieraus geht es noch weitere 3 km auf der Promende bis zu unserem Hotel.

Und dann ist es soweit, der letzte Tag bricht an. Heute steht die Hansestadt Wismar als letztes Ziel auf dem Programm.

Auf dem Weg dorthin entdecken wir das Schloß Gamehl, dies wird heute als Hotel/Restaurant genutzt. Für uns ein perfektes Fotomotiv.

In Wismar machen wir auf eigene Faust einen kleinen Touristen-Rundgang. Außer dem Marktplatz mit den alten Bürgerhäusern, schauen wir uns noch die Kirchen von Wismar an. Nebenbei stoßen wir auf einen lustigen (historischen) Straßennamen - "Tittentasterstraße". Nach dem gemeinsamen Mittagessen trennen sich unsere Wege. Für uns steht fest, das war nicht die letzte Oldtimer-Tour. Und unser Wunschziel "Alpen" kommt auch noch dran.

Liebe Oldtimerfreunde,

bitte berichtet von Euren Touren mit dem alten Blech. Wo sind die schönsten Nebenstrecken? Wer kennt die interessantesten Ziele? Gerne veröffentliche ich Eure Erfahrungen und Anregungen auf www.grenzlandklassiker.de, damit auch andere ihr altes Blech aktiv genießen können. Denn dafür sind die Fahrzeuge gemacht.

Ihr könnt mich unter redaktion@grenzlandklassiker.de oder auf facebook #grenzlandklassiker oder einfach unten bei den Kommentaren erreichen.

Ich freue mich auf Eure Beteiligung.

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